Medien

Der Seniorenrat stellt unter der Rubrik Medien in loser Folge Texte und Medien ins Netz, die er beachtenswert findet. Die veröffentlichten Medieninhalte müssen sich dabei nicht mit den persönlichen Meinungen der einzelnen Seniorenräte decken.

Über das Älterwerden und über das Leben im Alter wird viel geschrieben und gesagt. In dieser Rubrik verweist der Seniorenrat Münsingen auf Beiträge in den Medien, die spezielle Aspekte des Lebens und Zusammenlebens der älteren Generation thematisieren. Unbeeinflusst und frei sollen sich die Konsumentinnen und Konsumenten der verschiedenen aufgeschalteten Medienbeiträge ihre persönliche Meinung bilden. Deshalb kommentiert der Seniorenrat diese Beiträge nicht.

Für den Inhalt der aufgeschalteten Medienbeiträge (Hintergrund schwarz) übernimmt der Seniorenrat Münsingen keinerlei Haftung. Die Medienbeiträge können durch den Seniorenrat als Betreiber dieser Website jederzeit und ohne Vorankündigung wieder gelöscht werden.

Verhindert das Coronavirus die 1. Augustrede?
Ja, aber: Hier ist sie trotzdem! Rede zur abgesagten 1. Augustfeier 2020 in Münsingen

Diese Rede wurde am 1. August nicht gehalten. In Münsingen, wie fast überall in der Region, wurde die 1. Augustfeier abgesagt. Der Sorge, dass unter Umständen genau dieser Anlass zu einer weiteren Verbreitung des Corona-Virus beitragen könnte, wurde mit der Absage Rechnung getragen.

Sie lesen jetzt also den Text einer nicht gehaltenen Rede. Einer Rede, die aus der Sicht eines betagten Bürgers formuliert ist, der sich in der Gegenwart bewegt und interessiert daran teilnimmt. Der Verfasser, Jürg Mauerhofer, ist Präsident des Seniorenrates Münsingen.

Jung gegen Alt? Der philosophische Stammtisch

Während des Shutdowns wurde die Solidarität zwischen Jung und Alt grossgeschrieben. Mit der drohenden Rezession und der Rückbesinnung auf die Klimakrise wird nun aber auch gefragt: Hält der Generationenvertrag, was er verspricht? Was dürfen die Jungen jetzt im Gegenzug von den Älteren erwarten?
Der Generationenvertrag zielt auf eine faire Aufteilung von Pflichten und Rechten der verschiedenen Altersgruppen ab. Mit der demographischen Entwicklung gerät er immer stärker unter Druck, denn in der Politik heisst Masse Macht.
Die ältere Generation kann also entscheiden, wo es lang geht – auch bei Themen wie Klima, Bildung und Altersvorsorge, von deren Entscheidung die Jungen weitaus stärker betroffen sind. Die Älteren müssten umdenken, verlangen viele.
Unterstützung erhielten sie jüngst vom 76-jährigen Philosophen Ludwig Hasler: Er hat mit seinem bissigen Plädoyer gegen «25 Jahre Passivmitgliedschaft» und «für ein Alter, das noch was vorhat» viele Rentnerinnen und Rentner vor den Kopf gestossen.
Er ist zusammen mit der Unternehmerin Doris Aebi und Stefan Manser-Egli von der Operation Libero zu Gast bei Moderatorin Barbara Bleisch.
Am philosophischen Stammtisch diskutieren sie: Wie wird aus «Jung gegen Alt» wieder ein konstruktives Miteinander?

BUCH

Kann es wirklich sein, dass man sich mit der Pensionierung für die nächsten 25 Jahre zur Ruhe setzt oder von einer Kreuzfahrt zur nächsten hetzt? In seinem leichtfüßigen und zugleich tiefgründigen Plädoyer ruft der Autor und Philosoph Ludwig Hasler dazu auf, im Alter an einer Zukunft mitzuwirken, auch wenn diese nicht mehr die eigene sein wird. Die Dramaturgie des Alterns verändert sich derzeit. Noch kürzlich nahm die Kurve des Alters nur eine Richtung: abwärts. Altern bedeutete körperlicher Verfall und dauerte also nur kurz. Dafür anerkannte man die “Altersweisheit”, die den Alten zu einem Sonderstatus verhalf. Schließlich ertrugen alte Menschen ihren Zerfall, weil ihnen die Religion eine Perspektive über den Tod hinaus versprach. Letzteres entfällt inzwischen für viele. Und heute sind 65-Jährige meist so fit und vital, dass 90 Jahre bald als normal gelten. Befreit vom Takt des Erwerbslebens haben sie Zeit und Geld, können tun und lassen, wie es ihnen gefällt – Reisen, Jassen, Sport, Kino, Schlauchbootabenteuer, Yoga, Grillparty. Aber irgendwie will sich das Glück trotzdem nicht richtig einstellen. Der Mensch lebt davon, dass er etwas vorhat. Für diese Einsicht bietet der Autor eigene Erfahrungen, philosophische Traditionen und aktuelle Studien auf: Menschen werden zufrieden, wenn sie etwas mehr bewegen als nur sich selbst. Er sieht deshalb nur eine Lösung: Wirke an einer Zukunft mit, die dich überdauern wird, wirke an der Zukunft der Familie, der Gemeinde, der Bienen, der Traditionen, der Biodiversität, der Poesie – an der Zukunft unserer Menschenwelt.

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